LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE


10 Tipps und Tricks für richtig gute Landschaftsfotos

So gelingen dir garantiert großartige Bilder

Richtig gute Landschaftsfotos sind nicht abhängig vom Preis deiner Kamera. Meine Empfehlung wäre zwar eine DSLR- oder eine spiegellose Kamera, aber selbst mit einem modernen Smartphone gelingen dir tolle Bilder. 

Viel wichtiger ist der richtige Blick fürs Motiv und dass du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist. 

Ich verrate dir die zehn wichtigsten Tipps und Regeln, mit denen dir garantiert großartige Landschaftsbilder gelingen – versprochen!

 

Hinweis: In den Tipps verweise ich auf verschiedene Produkte, die auf Amazon zu kaufen sind. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen – am Preis ändert sich nichts.

1. Das richtige Objektiv

Welches Objektiv soll ich nehmen? In der Landschaftsfotografie ist das Weitwinkelobjektiv die beste Wahl. An Vollformatkameras, wie der Canon EOS R, sind 12-18 mm ideal. Das entspricht bei APS-C-Sensoren mit dem sogenannten Crop-Faktor von 1,5 zum Beispiel an der Sony Alpha 6400 einer Brennweite von 18-27 mm.

Neben dem Weitwinkelobjektiv gehört auch ein Teleobjektiv in deine Fototasche. Denn mit einem Teleobjektiv kannst Du weit entfernte Motive nah heranholen. Gerade in weitläufigen Regionen, wie  den Alpen, wäre es unmöglich, ohne Teleobjektiv Motive heran zu zoomen.

2. Die richtigen Kamera-Einstellungen

Damit das Bild nach deinen Vorstellungen entsteht, vergiss den Automatik-Modus! Die Kamera weiß nicht, welchen Effekt zu erzielen möchtest. Willst du ziehende Wolken einfrieren oder dynamisch darstellen? Nur du hast das Bild vor Augen.

Die Blende

Wähle dazu die Blenden- oder Zeitautomatik, noch besser den manuellen Modus. Nur so kannst du alles so vorgeben, damit das Bild genau deinen Vorstellungen entspricht. Voraussetzung ist, dass du die Grundlagen der Fotografie (s. Batt Grundlagen der Fotografie) beherrscht.

Bei einer Landschaftsaufnahme ist knackige Schärfe das A+O. Dazu wählst du eine Blende zwischen 8 und 13 (bei Vollformat-Kameras bis Blende 16). Dadurch stellst du sicher, dass das Bild durchgehend scharf ist.

Fokus

Neben der Blende ist der richtige Fokus auch sehr wichtig. Dazu gibt es 2 Wege:

Hyperfokale Distanz

Das ist die Distanz, auf die man bei einer bestimmten Blende scharf stellen muss, um den Tiefenschärfenbereich optimal auszunutzen. 

Fokus auf Unendlich

Wenn dir die Einstellung über die hypofokale Distanz zu kompliziert ist, dann stelle den Fokus auf unendlich. Wähle dafür den manuellen Modus an deinem Objektiv. Am besten probierst du es mit deinen Objektiven aus, da die korrekte Einstellung von Objektiv zu Objektiv abweicht. 

ISO-Wert

In der Landschaftsfotografie ist es in der Regel nicht notwendig mit höheren ISO-Werten als zwischen 100 bis 200 zu arbeiten. 

RAW-Format

Damit du deine Bilder im Nachhinein mit einem Bildbearbeitungsprogramm entwicklen kannst, ist es unabdingbar, dass du im Rawformat fotografierst und nicht das JPEG Format auswählst, das die Bilder stark komprimiert.

3. Die Drittel-Regel

Beim Bildaufbau solltest Du ein paar Regeln beachten. Leichter als der „Goldene Schnitt“ fällt die Bildgestaltung nach der“Drittel-Regel“. 

Hierbei wird das Bild gedanklich durch je zwei horizontale und vertikale Linien geteilt und so in neun gleiche Teile gegliedert. 

Um Spannung im Bild aufzubauen kann diese Regel auch bewusst gebrochen werden. Gerade für den Einsteiger ist es hilfreich, sich mit dieser Regel auseinanderzusetzen. In den meisten Kamera kannst du dir im Display das Raster anzeigen lassen.

4. Der richtige Aufnahmezeitpunkt

Zur sogenannten goldenden Stunde entstehen die beeindruckendsten Landschaftsfotos. Das ist der Zeitraum nach Sonnenaufgang beziehungsweise vor Sonnenuntergang, denn dann wirft die Sonne lange Schatten und taucht die Landschaft regelrecht in goldenes Licht. Die Farben sind intensiv und die Schatten verleihen deinen Bildern etwas Mystisches. 

Ebenso spektakuläre Landschaftsfotos entstehen zur Blauen Stunde, also der Zeit vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang. Der Himmel leuchtet in einem intensiven Blauton und durch die langen Belichtungszeiten werden die Farben extrem intensiv.

Achtung: Meiden sollte du direktes Licht, etwa zur Mittagszeit! Es ist sehr hart – deine Aufnahmen verlieren an Brillanz und Farbe. Eine Ausnahme sind Meerbilder etwa Mittelmeer. Das Wasser leuchtet besonders zur Mittagszeit sehr intensiv.

5. Der richtige Vordergrund

Damit du den Betrachter regelrecht in dein Bild ziehst, brauchst du einen großartigen Vordergrund. Das kann beispielsweise ein imposanter Stein, eine große Blüten oder die Brandung im Meer sein. Dadurch verleihst du dem Bild eine unglaubliche Tiefe und ziehst den Betrachter sprichwörtlich ins Bild.

6. Linienführung + Rahmen

In der Landschaftsfotografie solltest du bei der Auswahl des Motiv darauf achten, dass es markante Linien gibt, die den Blick des Betrachters (zum Motiv) führen. Erst die Linienführung machen dein Bild zum etwas Besonderem – einem wahren Meisterwerk. Als Führung bietet sich eine Straße oder ein Weg, ein Steg, eine Felswand oder ein Zaun an.

Tipp: Deinem Bild gibst du einen natürlichen Rahmen, indem du beispielsweise durch ein Fenster fotografiert oder Bäume seitlich im Bild sind.

7. kreativer Einsatz von Filtern

Durch den kreativen Einsatz von Filtern gibst du deinen Bildern spektakuläre Effekte. Mit einem Graufilter verlängerst du die Belichtungszeit. Der Effekt sind verschwommene Wolken oder Wasser. Mit dem Polfilter entfernst du Spiegelung auf Wasser oder kannst Wolken am Himmel noch imposante erscheinen lassen. Sehr empfehlen kann ich das Rollei Mark II Starter Kit mit Polfilter und Filterhalter.

Bei schwierigen Lichtverhältnissen, zum Beispiel einem sehr hellen Himmel und dunklerem Vordergrund kommt der Grauverlaufsfilter zum Einsatz. Dieses ist bei Gegenlichtaufnahmen der Fall.

Tipp: Durch die Kombination von mehreren Filtern erzielst du großartige Effekte. 

8. Bildentwicklung und -bearbeitung

Erst durch die Bildbearbeitung der RAW Dateil, zum Beispiel in Adobe Lightroom, holst du das Optimum aus den Bildern heraus. Vergleichbar mit der analogen Fotografie muss auch ein digitales Bild entwickelt werden. Ich nutze überwiegend Adobe Lightroom und bin sehr zufrieden.

In den Basiseinstellungen werden zu helle Bereiche abgedunkelt und zu dunkle aufgehellt.  Du kannst deinem Bild mehr oder weniger Kontrast geben, nach schärfen und viele weitere Korrekturen vornehmen. Außerdem kannst du den Horizont begradigen und Staubflecken, Vignetierungen oder Verzerrungen entfernen.

Während viele Jpg-Dateien tatsächlich fotografische Mängel in Bezug auf die Belichtung aufweisen, ergeben sich so im Raw-Format ungeahnte Möglichkeiten.

vorher

nachher

9. Stativ

Der Einsatz eines robusten Stativs ist in der Landschaftfotografie unerlässlich – besonders wenn du bei Sonnenauf- oder untergang und mit Filtern fotografierst.

Ein Stativ bietet dir mehrere Vorteile: Zum Einen bist du unabhängig von den Lichtverhältnissen und kannst entsprechend lange belichten, ohne dass das Bild verwackelt. Zu anderen kannst du den Bildausschnitt viel bewußter in in Ruhe bestimmen. Viele Stative haben eine eingebaute Wasserwaage, mit der du die Kamera korrekt am Horizont ausrichten kannst. 

Ich möchte dir 2 Stative empfehlen:

– das standfeste Stativ – Manfrotto 055 carbon

– das kleine Reisestativ – Rollei Compact Traveler Carbon

Bonus-Tipp: Benutze einen Fernauslöser – dieser verhindert verwackelte Fotos beim Drücken des Auslösers! Wähle an deiner Kamera den „Bulb-Modus“, dann kannst du länger als 30 Sekunden belichten, ohne den Auslöser zu drücken. Empfehlung: Rollei Kabelfernauslöser (bitte auf den Kamera Hersteller achten)

10. keine Regel ohne Ausnahme

Auch in der Fotografie gibt es keine Regel, die nicht gebrochen werden darf. Dennoch ist es wichtig, dass du die Grundregeln kennst und anwenden kannst, bevor du sie bewusst brichst. Es wird immer wieder mal Situationen geben, die dich dazu zwingen, die eine oder andere Regel zu brechen.

 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Anwenden und Umsetzen. Noch mehr zeige ich dir in meinen Workshops und Coachings. Schreib mir bei Fragen gerne eine Mail post@holgerbulk.de.

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